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20. März 2010

Bericht zur LAG-Sitzung in Neuss - Elektromobilität

Am Samstag den 20. März 2010 traf sich die LAG Energie zu einem Kongress über Elektromobilität. Neben einem Vortrag von Iko Tönjes (VCD) über Potentiale und Aussehen zukünftiger Mobilität wurde auch der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung und der Fortschritt in den Modellregionen kritisch analysiert. Am Ende stand eine Debatte über die Art und Weise der Umsetzung von Elektromobilität in Deutschland.

"Wenn wir unsere Gesellschafts- und Lebensform erhalten wollen, müssen wir sie ändern – u.a. in ökologischer Hinsicht!" Dies war eine der Kernaussagen von Iko Tönjes (Verkehrsclub Deutschland). Individualverkehr wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. "Es geht um eine Änderung des Verkehrssystems, nicht um neue Technik.", so die zweite Kernaussage. 

 

Würden die Ziele der Bundesregierung, 1 Mio. Elektrofahrzeugebis 2020 auf Deutschlands Straßen, erreicht, so wäre dies gerade mal ein Anteil von 2% an dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen. Ohne eine neue Verkehrstrategie, die lokalen Individualverkehr (IV) und Öffentlichen Verkehr (ÖV) über Bahn oder Car-Sharing verbindet, können die nötigen Reduktionsziele im Verkehrsbereich nicht errreicht werden. Technische Lösungen wie Elektromobilität, Brennstoffzellentechnik oder Downsizing werden nicht ausreichen, um bei sinkender Ölförderung im Jahr 2030 rund 2 Mrd. Autos in der Welt antreiben zu können. Immerhin verursacht der Verkehr weltweit 20% aller Treibhausgasemissionen und rund 2/3 der weltweiten Ölförderung werden zu Treibstoffen raffineriert.

Grüne Verkehrspolitik setzt daher nicht nur auf die Substitution von Verbrennungsmotoren durch Elektroantriebe. Vielmehr ist eine wesentlich stärkere Einbindung des Öffentlichen Verkehrs in unser Mobilitätsverhalten unumgänglich. Allein die begrenzten Ressourcen wie Lithium oder Neodym werden einen 1 zu 1 Wechsel unmöglich machen - und bis 2030 soll sich die weltweite Anzahl von PKWs auf 2 Mrd. verdoppeln. Auch Reichweiten über 200km sind elektromotorisch nur mit unwirtschaftlichem Mehraufwand zu erreichen. So werden zur Spreicherung von 1l Benzin immer noch 90kg Lithium- oder 130kg Bleigel-Batterien benötigt - und Gewicht ist der Hauptverursacher für hohe Verbrauchswerte.

 


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